Seminarinhalte
- Standortbestimmung zum Thema Hochbegabung und Neurodivergenz
- Mythen, Vorurteile, Missverständnisse aufklären
- Anzeichen für Hochbegabung und 2e im Erwachsenenalter, innere und äußere Konflikte, biografische Brüche oder Missverständnisse, die damit einhergehen können
- häufige (Beratungs-)Themen hochbegabter Menschen im Berufsleben
- Erfahrungsaustausch und Best-practice-Sammlung:
Was hilft, um Klarheit zu finden?
Wie kann ein guter Umgang mit Hochbegabung und Neurodivergenz aussehen?
Hochbegabung und "2e"
Hochbegabung ist mehr als ein hoher IQ. Besonders bei Erwachsenen bleibt sie oft unerkannt: durch biografische Brüche, chronische Selbstzweifel oder jahrelange Anpassung. Hinzu kommt eine Gruppe von Menschen, die eine Hochbegabung mit anderen Neurodivergenzen wie z.B. AD(H)S, Autismus oder Legasthenie vereinen.
Vor allem im pädagogischen Bereich wird bei Kindern und Jugendlichen in solchen Fällen vom Konzept twice exceptional (2e) gesprochen.
Doch auch im Erwachsenenalter ist diese Kombination unterschiedlicher neurologischer Besonderheiten hochrelevant: Häufig kommt es zu Überdeckungsphänomenen. Sowohl die Hochbegabung als auch die begleitende Neurodivergenz bleiben lange unbemerkt. Die betroffene Person wird weder in ihrer Begabung noch in ihren Schwierigkeiten wirklich gesehen.
Eine Hochbegabung ist eine wunderbare Ressource, die das Leben an vielen Stellen bereichern und erleichtern kann. Gleichzeitig kann das damit verbundene Denken, Fühlen und Erleben auch spezifische Herausforderungen mit sich bringen. Es weicht von der Norm ab.
Diese "Kehrseite" der Hochbegabung beschreiben vor allem Menschen, denen es über weite Strecken ihrer Biografie nicht gelungen ist, ihr hohes intellektuelles Potenzial in sichtbare oder gesellschaftlich anerkannte Leistungen umzusetzen.
Psychologisches Hintergrundwissen
Manche Verhaltensweisen unerkannt hochbegabter Menschen können Symptomen psychischer Störungen ähneln. Sie werden daher leicht fehlgedeutet, etwa ausgeprägte Ungeduld und innere Unruhe als Hinweis auf ADHS. Wenn ein Phänomen, das mit der Hochbegabung in Verbindung steht, als psychische Erkrankung diagnostiziert wird, führt das nicht selten zu langwierigen, wenig wirksamen Behandlungen mit negativen Folgen für das Selbstbild der Betroffenen. Umgekehrt gilt: Wird eine tatsächlich behandlungsbedürftige psychische Auffälligkeit nicht erkannt, bleiben Einschränkungen bestehen, die unnötig Leid verursachen.
Deshalb ist es wichtig, sensibel und differenziert nach den Ursachen bestimmter Verhaltensweisen zu suchen. Dieses Seminar vermittelt psychologisches Hintergrundwissen für diese Spurensuche und bietet gleichzeitig Raum für Erfahrungsaustausch.