Beschreibung
Immer mehr Menschen wenden sich mit ihren seelischen Nöten an Chatbots, weil sie keinen Therapieplatz finden. In Deutschland warten Betroffene in städtischen Gebieten im Schnitt sechs Monate auf einen Platz, auf dem Land oft noch länger. Was als Notlösung beginnt, wird für manche zur einzigen Anlaufstelle. Das kann gefährlich werden.
Herkömmliche KI-Sprachbots sind nicht dafür entwickelt, psychische Erkrankungen zu diagnostizieren. Wenn sie sich irren, tragen sie keine Verantwortung für die Folgen. Trotzdem wäre es zu einfach, KI in der psychischen Gesundheitsversorgung pauschal abzulehnen. Richtig eingesetzt kann sie sinnvoll unterstützen: etwa bei der Begleitung zwischen Therapiesitzungen oder bei Dokumentationsunterstützung in psychotherapeutischen Praxen.
Künstliche Intelligenz kann dort helfen, wo das Versorgungssystem heute an seine Grenzen stößt. Zugleich beruht Psychotherapie auf etwas, das keine Software ersetzen kann: auf dem, was zwischen zwei Menschen entsteht. Empathie. Vertrauen. Das Gefühl, gesehen und verstanden zu werden.
Als Ergänzung zum inhaltlichen Austausch folgt eine praktische Einführung in konkrete KI-Werkzeuge für die Psychotherapie. Anhand Anleitung und einer Live-Demonstration wird gezeigt, wie solche Anwendungen eingesetzt werden können und wo ihre Grenzen liegen. So wird aus der Diskussion ein praktischer Blick darauf, was KI in der Psychotherapie heute leisten kann und was nicht.