In der Wissenschaft und im gehobenen Dienst, im Behandlungszimmer und im Kundenservice der Bank: Menschen mit einer Migrationsgeschichte arbeiten in vielen Bereichen. Es verbindet sie aktuell eine verstörende Erfahrung, sei es, dass sie hier geboren sind, sei es, dass sie eigens wegen eines nächsten Karriereschritts nach Deutschland gekommen sind: Auch im Job erleben sie zunehmend feindselige Stimmung.
Die Jahre, in denen viele Geflüchtete den Weg nach Deutschland fanden, haben Spuren hinterlassen, die Gesellschaft verändert, die Politik in andere Richtungen beeinflusst denn in die ursprüngliche Willkommenskultur. Die Kollegialität und die Akzeptanz bei Kund:innen sind weniger selbstverständlich geworden. Aussehen und Name scheinen undifferenziert Grund genug dazu, dass das Gegenüber verdeckt oder offen rassistisch reagiert: die Qualifikation, der Beruf, die Lebensumstände spielen an vielen Stellen keine Rolle mehr. Manche beschäftigen sich schon mit der Frage, ob Deutschland die geeignete berufliche Station bleiben soll oder ob es nicht die bessere Entscheidung ist, ein Land zu verlassen, in dem der Populismus wächst.
Wie kann eine Führungskraft dann, wenn sie selbst betroffen ist, hier Stärke erfahren? Wie kann sie diejenigen stützen und schützen, für die sie Personalverantwortung trägt, wenn sie diese Erfahrung machen?