Für manche mag historische Forschung in der Theologie altbacken wirken. Müsste es nicht vielmehr darum gehen, die Situation des Glaubens in der Gegenwart besser zu verstehen? Was bringt es, sich mit historischen, vielleicht sogar dogmengeschichtlichen Themen zu befassen? Wer genauer hinsieht, wie Neuerungen in der Theologie eingeführt wurden, wird feststellen: Innovation hatte meist mit der Umdeutung und Neuaneignung von Tradition zu tun.
Historische Forschung zeigt, dass der Spielraum des Möglichen in der Kirche einmal größer war, als er heute von manchen bestimmt wird. Warum aber sollte künftig unmöglich sein, was in der Geschichte der Kirche einmal völlig legitim war?
Der Vortrag zeigt anhand der Entwicklung des Dogmen- und des Offenbarungsbegriffs, wie historische Forschung Hand in Hand mit schöpferischer, gegenwartsorientierter und zukunftseröffnender Theologie gehen kann.
Das Thema wird in einer kurzen Workshopphase vertieft.