Der Wandel ist das einzige Beständige. Das Symposium wirft einen Blick zurück und diskutiert aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der systemischen Arbeit. Es startet mit Keynotes von renommierten Referent:innen. Der Nachmittag bietet sechs Workshops zu praxisnahen Themen. Hier finden Sie Inspiration, Austausch und neue Methoden für die Praxis. Theorie trifft auf Praxis und wird miteinander verbunden.
Keynotes
Vortrag 1: Systemisch Denken und Handeln hier in der Region: Beobachtungen und Begegnungen von 1990 bis in die Gegenwart
Referentin: Renate Zwicker-Pelzer
Vortrag 2: Sozialarbeit: Zehnkampf geht auch systemisch
Referent: Johannes Herwig-Lempp
Workshops
- Paarberatung bei häuslicher Gewalt (Referent:innen: Jacqueline Rösler/Michael Kempen)
- Macht als Ressource und nützliche Metapher (Referent: Johannes Herwig-Lempp)
- Systemische Aufstellungen im Arbeitskontext – Austausch, Methoden, Impulse (Referent: Marc von Oppell)
- Begehren ist kein Zustand – systemische Perspektiven auf Transformation in Paarbeziehungen (Referentin: Lina Lynch)
- Stimme statt Stille - Teilhabe von Kindern im Beratungsgespräch (Referentin: Anne Klubert)
- Die Spiele mögen beginnen - Organisationskultur als Spielmacherin (Referent: Lothar Hellenthal)
Bitte wählen Sie bei der Anmeldung einen Workshop (erste und zweite Wahl).Workshop 1: Paarberatung bei häuslicher GewaltSystemische Arbeit mit Paaren gelingt dann, wenn ich als Berater:in einen neugierigen, wohlwollenden und allparteilichen Blick auf beide Partner:innen einnehmen kann. Wie kann das gehen, wenn das Paar vor mir in Mustern von gewaltvoll eskalierenden Konflikten feststeckt? Wie lassen sich eine klare Haltung gegen Gewalt und Allparteilichkeit verbinden?
Im Workshop soll ein differenzierter Blick auf die verschiedenen Formen von häuslicher Gewalt vermittelt werden, um Möglichkeiten und Grenzen der Paarberatung besser zu erkennen.
Das Beratungsangebot „Neue Wege gehen – häusliche Gewalt gemeinsam beenden“ besteht seit vielen Jahren. Jacqueline Rösler und Michael Kempen haben die Erfahrung aus diesem Angebot im Gepäck. Sie zeigen, wie es gelingen kann, Paaren auch bei häuslicher Gewalt zu helfen, die jeweils eigenen Muster und auch den gemeinsamen Tanz zu erkennen und zu verändern.
Referentin und Referent:
Jacqueline Rösler, Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin M.A., Systemische Familientherapeutin, SkF Aachen
Michael Kempen, Dipl.-Psychologe, EFL-Berater, Katholisches Beratungszentrum Aachen
Workshop 2: Macht als Ressource und nützliche Metapher„Die Macht zu kennen und sie nicht zu fürchten ist die Voraussetzung für ihre sinnvolle Anwendung und Kontrolle. Kurz: Leben ohne Macht ist Tod, eine Welt ohne Macht wäre eine Geisterlandschaft, ein toter Planet“ (Saul D. Alinsky).
Gute Sozialarbeit erfordert den Willen zur Macht: Wer etwas verändern möchte, benötigt Macht, braucht sowohl das Bewusstsein, dass er oder sie über diese Macht verfügt, als auch den Willen, sie zu nutzen. Dies gilt für Veränderungen auf allen Ebenen – im Einzelfall ebenso wie auf lokaler Ebene oder in gesellschaftlichen Fragen. Der Workshop lädt ein zu einem positiven Umgang mit Macht.
Referent: Johannes Herwig-Lempp
Workshop 3: Systemische Aufstellungen im Arbeitskontext – Austausch, Methoden, Impulse In diesem eineinhalbstündigen Workshop wird gemeinsam erkundet, wie Aufstellungsarbeit im beruflichen Kontext sinnvoll eingesetzt werden kann – vom Einzelsetting bis hin zu Gruppenformaten:
- die Arbeit mit Personen als Stellvertreterinnen,
- Problemaufstellungen nach Varga von Kibéd,
- kurze, prägnante Formate wie die so genannten Espressoaufstellungen,
- Einsatz von Bodenankern, Seilen und Symbolen.
Referent: Marc von Oppell, Dipl. Sozialpädagoge, systemischer Supervisor und Coach (DGSv, DGSF), systemischer Berater und Therapeut (DGSF) sowie Lehrender für systemische Beratung, Therapie und Supervision (DGSF) am Systemischen Institut Euregio.
Workshop 4: Begehren ist kein Zustand – systemische Perspektiven auf Transformation in Paarbeziehungen
Der Workshop versteht Begehren als relationalen, sich wandelnden Prozess, der Aufschluss über Dynamiken von Nähe, Autonomie und Veränderung in Paarbeziehungen gibt. Aus systemischer Perspektive wird herausgearbeitet, wie diese Dynamiken das Erleben von Anziehung beeinflussen und wie Transformation in festgefahrenen Interaktionen angestoßen werden kann. Die Teilnehmenden gewinnen Anregungen, um mit Paaren differenzierter auf Begehren zu schauen und Entwicklungsräume im beraterischen Prozess zu eröffnen.
Referentin: Lina Lynch, M.Sc. Psychologin, Systemische Beraterin, Systemische Paartherapeutin, Sexualberaterin (in Ausbildung) und stellvertretende Leitung einer Familienberatungsstelle in Aachen, berät seit mehreren Jahren Paare in Transformationsprozessen.
Workshop 5: Stimme statt Stille - Teilhabe von Kindern im Beratungsgespräch
In diesem Workshop entdecken die Teilnehmenden, wie bereichernd es ist, Kinder aktiv und kreativ in Beratungsprozesse einzubeziehen. Der Fokus liegt darauf, Kindern eine Stimme zu geben, die genauso ernst genommen wird und Raum erhält wie die Perspektiven der Erwachsenen.
Die Teilnehmenden lernen zentrale Besonderheiten und eine sensible Vorgehensweise in der Beratung von Kindern kennen. Darüber hinaus werden einfache, wirkungsvolle und kreative Methoden vorgestellt, die helfen, tragfähige Arbeitsbündnisse mit Kindern aufzubauen und Beteiligung erlebbar zu machen.
Der Workshop lädt dazu ein, Beratung neu zu denken: dialogisch, mutig und mit besonderer Wertschätzung für die Perspektiven von Kindern.
Referentin: Anne Klubert, Freie Referentin und Lehrende der DGSF für systemische Beratung, Familientherapie und Kinder- und Jugendlichentherapie. Langjährige Erfahrung im beraterischen und therapeutischen Prozessen mit Familien und Kindern in einer Beratungsstelle.
Workshop 6: Die Spiele mögen beginnen - Organisationskultur als Spielmacherin
Es geht einerseits um ein systemisches Bild von Organisationen und andererseits um die Dekonstruktion eines konventionellen Erklärungsmodells, wonach das Verhalten von Organisationsmitgliedern (ausschließlich) durch deren Persönlichkeit bzw. Charakter geprägt sein soll.
Referent: Lothar Hellenthal, freiberuflicher Supervisor und Organisationsberater