Beschreibung
Eine Geschichte, so unwahrscheinlich, dass sie nur wahr sein kann – oder? Im Jahr 1947 findet der Beduine Mohammed Ad-Dib, angeblich bei der Suche nach einer Ziege, unweit der Ruinenstätte Khirbet Qumran Schriftrollen in einer Felsenhöhle. Dieser und die weiteren Funde in insgesamt elf Höhlen gelten schnell als Sensation, gewähren sie doch als wahre "Flaschenpost" aus längst vergangenen Zeiten außerordentlich interessante und authentische Einblicke in das Judentum vor und nach der Zeitenwende. Auch werfen die Schriften, die etwa 15.000 Fragmente umfassen, ein Schlaglicht auf die Situation, in der das Urchristentum entstand.
Doch die schiere Menge der Fragmente und die schwierige Einordnung vieler Schriften verzögerte auch die Veröffentlichung der Funde vom Toten Meer, was Verschwörungstheorien beförderte: Unvergessen in dieser Hinsicht bleibt der Bestseller "Verschlusssache Jesus" (Michael Baigent/Richard Leigh, 1991) mit der Behauptung, der Vatikan würde wichtige Forschungsergebnisse zurückhalten. Wovon aber handeln die Schriften, welche neuen, zuvor unbekannten Einblicke gewähren sie in die Vergangenheit? Haben die Forschungsergebnisse das zuvor gültige Bild des Vorderen Orients verändert?
Herzliche Einladung, sich mit den Schriften, ihrer Geschichte, ihren Themen vertraut zu machen und dabei zu erfahren, wie die aktuelle Forschung sie einschätzt.
Programm
Freitag, 26. Februar 2027
16.00 Uhr Begrüßung und Einführung
Umrankt von Legenden: Qumran
Von der Auffindungsgeschichte bis zur „Verschlusssache Jesus“?
Der Jahrtausendfund in der Judäischen Wüste, der zum Streitapfel zwischen Gelehrten untereinander und gegenüber der katholischen Kirche wurde. Was passierte 1948 wirklich? Was sind das eigentlich für Schriften? Wie viele - und was beinhalten sie?
18.00 Uhr Abendessen
19.00 Uhr
Die Essener und andere Gruppen im Judentum
Die Frage nach der Urheberschaft der Schriftrollen
Über Jahrzehnte war die These sehr einflussreich, dass die Essener, eine auch bei Philo von Alexandrien und Josephus Flavius erwähnte religiöse Gruppe, identisch mit den Bewohnern von Qumran sei. Abgesehen von der Frage, ob dies tatsächlich so ist: Lassen sich die Essener mit den Urhebern der Schriften vom Toten Meer identifizieren? Welche religiösen Gruppen gab es außer ihnen noch?
Samstag, 27. Februar 2027
9.00 Uhr
Qumran: Neu bewertet
Yizhar Hirschfeld und sein Blick auf den Kontext der Funde
Bekannt wurde Hirschfeld einem größeren Publikum dadurch, dass er die bis dahin geltende Interpretation von Qumran vom Kopf auf die Füße stellte. Laut Hirschfeld handelte es sich nicht um die Siedlung einer religiösen Sondergruppe, sondern um eine Handelsstation. Wie kam er zu dieser Einschätzung und welche Auswirkungen hat diese auf das heutige Verständnis von Qumran?
10.30 Kaffee
10.45 Uhr
Eine nicht zu überschätzende Bedeutung
Was ist nach 60 Jahren Forschung bekannt?
In vielerlei Hinsicht konnten durch die Funde seit langem bestehende Fragen endlich beantwortet werden: Wie exakt ist die Überlieferung des Bibeltextes seit der Antike einzuschätzen? Wie lassen sich Glaubensmotive aus Altem und Neuem Testament mit der Hilfe der Qumranschriften neu und besser deuten? Wie wurde im Judentum der Zeitenwende geglaubt?
12.15 Mittagessen
13.15 Uhr
Über Qumran hinaus
Weitere sensationelle Hortfunde am Toten Meer
Nach den Funden von Qumran begann eine regelrechte Jagd nach weiteren Schriftrollen. So wurde auch an anderen Stellen Aufsehenerregendes entdeckt: die Bar Kochba-Briefe im Wadi Murrabaat, Hunderte von Leichen in einer Höhle im Wadi Daliyeh und ein wertvoller Kupferhort im Nachal Mischmar, einem Tal am Toten Meer. Was verraten diese Funde über das Leben und den Glauben im Vorderen Orient?
14.45 Uhr Kaffee und Kuchen
15.15 Update „Heiliges Land“ und Vorstellung des neuen Jugendbuches „Geschichte einer zerrissenen Heimat“
16.00 Tagungsende
Kosten
135,00 € / 120,90 €* Tagungsbeitrag incl. Tagungsverpflegung ohne Übernachtung und Frühstück
Eine Übernachtung mit Frühstück kann hinzugebucht werden:
38,30 € / 34,10 €* (Einzelzimmer)
28,30 € / 23,60 €* (Doppelzimmer bei Belegung durch zwei Personen)
Sie können auch nur ein Frühstück zum Preis von 5,30 € (ermäßigt: 4,10 €) hinzubuchen. Tragen Sie dies bitte bei den Bemerkungen ein.
Die Stadt Aachen erhebt eine Beherbergungsabgabe von 2,50 Euro pro Übernachtung, längstens für 21 Tage im Kalenderjahr. Von der Beherbergungssteuer befreit sind Personen, die nach der Kurbeitragssatzung der Stadt Aachen kurbeitragspflichtig sind, und Personen, die aufgrund von Klassenfahrten von Schulen sowie vergleichbaren Fahrten von Trägern der freien Jugendhilfe übernachten. Ausgenommen sind auch Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres.
* Die Ermäßigung gilt für Schüler:innen, Studierende und Auszubildende (bis zur BAföG-Fördergrenze, das Studium oder die Ausbildung wurde also vor Vollendung des 45. Lebensjahres begonnen), Bundesfreiwilligendienste sowie Empfänger:innen von Grundsicherung und Arbeitssuchende. Bitte legen Sie einen Nachweis zu Beginn der Veranstaltung vor.
Den Tagungsbeitrag zahlen Sie bitte bei Ankunft an der Rezeption, bar oder per EC-Karte (keine Kreditkarten).